In den Jahren 1802 bis 1809/10 erschien in der “Academischen Buchhandlung”, später “Herzberg’sche Buchhandlung”, in Augsburg eine gedruckte Uniformserie, die für jeden uniformkundlich begeisterten Forscher eine der bedeutendsten Quellen der Napoleonischen Armeegeschichte darstellt. Diese Serie wurde unter anderem von den Künstlern Ebner, Rugendas, Seele und Volz gezeichnet und graviert, die als detailgenau und authentisch in der Darstellung von Uniformen anzusehen sind.

 

Die sogenannte “Augsburger Uniform- oder Bilderserie” war für die damalige Zeit als Kompendium zur Darstellung aller Armeen gedacht, wie der Titel “Charackteristische Darstellung der vorzüglichsten Europäischen Militairs” schon andeutet. Nahezu jede Nation der damaligen Zeit war mit mindestens einem Blatt repräsentiert, die Regel waren 5 pro Nation, darunter je 2 für die Infanterie und Kavallerie (oftmals unterschieden in Leichte und Schwere Truppen) sowie 1 für die Artillerie. Einzig Frankreich sticht mit insgesamt 10 Tafeln heraus - die Herausgeber nahmen den mit der Reformierung der französischen Armee einhergehenden Wandel in der Uniformierung zum Anlaß, sowohl die Revolutions- als auch die Kaiserlichen Truppen mit jeweils 5 Tafeln zu präsentieren. Sachsen ist mit insgesamt 9 Tafeln repräsentiert, da die Herausgeber auch die Truppen der Reorganisation von 1810 darstellen wollten.

 

Aus der Tatsache der Anlage als Kompendium heraus ist anzunehmen, dass die Zeichner die dargestellten Typen nur selten persönlich betrachten konnten. Daher dürften als Vorlage andere, zeitgenössische Bilderserien herangezogen worden sein - dies soll zu einem späteren Zeitpunkt in einer kritischen Betrachtung der “Augsburger Bilderserie” verifiziert werden.

 

Mein Dank gebührt erneut der Landes- und Hochschulbibliothek in Darmstadt für die Genehmigung zur Veröffentlichung dieser bedeutenden Uniformserie.